The Jew of Malta – Handlung

[Prolog]

Der Geist Niccolo Machiavellis stellt sich als einen Missverstandenen vor. Doch eigentlich wollte er keine Vorlesung halten, sondern die nachfolgende Geschichte eines Juden aus Malta präsentieren.

[Akt I]

[Szene 1]

Barabas ist ein höchst erfolgreicher jüdischer Kaufmann auf der Insel Malta. Seiner einzigen Tochter Abigail ist er in Liebe zugetan, seine Geschäfte gehen prächtig – er ist mit sich und der Welt zufrieden. Zwei Juden berichten, dass die osmanische Kriegsflotte im Hafen vor Anker liegt und alle Juden ins Rathaus kommen sollen.

[Szene 2]

Selim Calymath, der Sohn des osmanischen Sultans, verlangt vom maltesischen Gouverneur Ferneze die Zahlung des Tributs, den Malta die letzten 10 Jahre nicht entrichtet hat. Er gewährt nur mehr einen einmonatigen Aufschub. Um an das nötige Geld zu gelangen, wird ein neues Dekret erlassen: Alle Juden müssen die Hälfte ihres Vermögens abgeben. Wer sich weigert, verliert alles und muss zum Christentum konvertieren. Nur Barabas empört sich, worauf man seinen gesamten Besitz einzieht sowie aus seinem Haus ein Nonnenkloster macht. Laut Abigail haben die Schwestern das Gebäude bereits in Beschlag genommen, weshalb ihr Vater nun nicht an die Schätze kommt, die er für den Notfall versteckt hat. Daher verlangt Barabas von seiner Tochter, sie möge zum Schein Nonne werden, um so an das Versteck zu gelangen. Vor der Äbtissin sowie den zwei Mönchen Jacomo und Bernardine veranstalten die beiden eine Szene, die alle davon überzeugen soll, dass Barabas seine Tochter verstoßen hat, weil sie konvertiert ist.

[Szene 3]

Mathias, der in Abigail verliebt ist, berichtet seinem Freund Lodowick, dem Sohn des Gouverneurs, dass Abigail Nonne geworden ist. Da er von ihrer Schönheit schwärmt, will Lodowick sie auch einmal sehen.

[Akt II]

[Szene 1]

Mit Abigails Hilfe gelingt es Barabas, seine versteckten Reichtümer aus dem Kloster zu schaffen.

[Szene 2]

Martin del Bosco, der Vizeadmiral des spanischen Königs, ist nach Malta gekommen. Als er von Ferneze erfährt, dass die Osmanen den fälligen Tribut einfordern wollen, überredet er den Gouverneur, das Geld zu behalten. Er werde die Insel im Kampf unterstützen und auch den Kaiser um Hilfe bitten.

[Szene 3]

Barabas kauft am Markt den Sklaven Ithimore. Lodowick, zwischenzeitlich auch von Abigail, die das Kloster verlassen hat, begeistert, verhandelt mit Barabas um einen Diamanten, wobei es beiden klar ist, dass es eigentlich um Abigail geht. Ihr Vater nimmt das zum Anlass, einen perfiden Plan auszuhecken. Mathias, der die zwei beobachtet, möchte nun ebenfalls mit Barabas "ins Geschäft kommen". Als Lodowick Barabas aufsucht, trägt dieser seiner Tochter auf, besonders nett zum Gast zu sein, obwohl ihre Liebe Mathias gilt. Dieser erkennt endgültig in seinem Freund einen Konkurrenten. Barabas weiß das geschickt auszunutzen, indem er jedem von ihnen Abigails Hand verspricht und die beiden gegeneinander aufhetzt.

[Akt III]

[Szene 1]

Die Kurtisane Bellamira beklagt, dass ihre wohlhabenden Kunden ausbleiben, seit die Osmanen vor der Insel ankern. Nur der Dieb Pilia-Borza kommt regelmäßig, kann sie jedoch nur in Silber bezahlen. Im Vorbeigehen erblickt Ithimore die Kurtisane und verfällt ihr sofort.

[Szene 2]

Von Barabas angestachelt, kommt es Abigails wegen zum Streit zwischen Mathias und Lodowick, der für beide tödlich endet. Ferneze und Katherina beklagen den Tod ihrer jeweiligen Söhne. Sie können sich nicht erklären, wie aus den Freunden erbitterte Feinde wurden.

[Szene 3]

Ithimore erzählt Abigail nicht nur von Mathias und Lodowicks Tod, er klärt sie auch über die Rolle, die ihr Vater dabei gespielt hat, auf. Abigail ist geschockt. Sie tritt aus freien Stücken erneut ins Kloster ein.

[Szene 4]

Barabas ist über die Tat seiner Tochter entsetzt. Gemeinsam mit Ithimore will er den gesamten Konvent vergiften.

[Szene 5]

Calymath verlangt durch einen abgesandten Pascha die Zahlung des Tributs, was Ferneze verweigert. Das bedeutet Krieg zwischen dem Osmanischen Reich und Malta.

[Szene 6]

Bruder Bernardine berichtet Bruder Jacomo, dass er zur Beichte ins Kloster gerufen wurde, da alle Nonnen erkrankt sind. Dort angekommen, trifft er nur mehr Abigail lebend an. Bevor auch sie stirbt, gesteht sie dem Mönch, wie Barabas Mathias und Lodowick in den Tod getrieben hat. Gemeinsam mit Jacomo will Bernardine Barabas anklagen.

[Akt IV]

[Szene 1]

Barabas' Freude über das Totengeläut für die Nonnen wird von Jacomo und Bernardine gestört. Bevor sie ihre Anklage laut äußern, verspricht Barabas Buße zu tun und samt seinem Vermögen ins Kloster einzutreten. Von Gier übermannt, versucht jeder der Mönche Barabas in sein Kloster zu locken. Er verspricht Jacomo, bei ihm zu konvertieren, und schickt ihn weg. Nachdem er gegangen ist, ermorden Barabas und Ithimore Bernardine. Seine Leiche lehnen sie an einen Stock. Der zurückgekehrte Jacomo glaubt, Bernardine wolle Barabas zum Eintritt in dessen Kloster überreden, weshalb er auf den Bruder einschlägt. Daraufhin reden Barabas und Ithimore ihm ein, er hätte Bernardine getötet, weshalb sie ihn ins Gefängnis bringen.

[Szene 2]

Bellamira hat Ithimore eine Einladung zukommen lassen. Auf dem Weg zu ihr erzählt Ithimore von Jacomos Hinrichtung. Damit Ithimore Bellamira den Hof machen kann, benötigt er Geld. Pilia-Borza schlägt vor, Barabas zu erpressen. Ithimore lässt sich darauf ein. Er schickt Pilia-Borza mit einer Nachricht zu seinem Herrn und vergnügt sich derweil mit Bellamira.

[Szene 3]

Barabas ist über die Erpressung durch seinen Sklaven erzürnt. Überdies verlangt auch Pilia-Borza Schweigegeld.

[Szene 4]

Barabas kommt als Musiker verkleidet zu Bellamira, die ein Bankett veranstaltet. Nacheinander riechen Bellamira, Ithimore und Pilia-Borza an einem vergifteten Blumenstrauß, den Barabas mitgebracht hat.

[Akt V]

[Szene 1]

Der Kampf mit den Osmanen steht kurz bevor. Bellamira und Pilia-Borza verraten Ferneze, dass Barabas für Lodowicks Tod verantwortlich ist. Sobald Barabas und Ithimore vorgeführt werden, gesteht letzterer alles. Kaum sind die beiden abgeführt, berichtet ein Offizier, dass nicht nur Bellamira, Pilia-Borza und Ithimore, sondern überraschenderweise auch Barabas verstorben sind. Man wirft seine Leiche über die Stadtmauer. Tatsächlich hat Barabas einen Schlaftrunk eingenommen. Wieder erwacht, finden ihn die herannahenden Osmanen. Barabas bietet an, ihnen einen Geheimgang in die Stadt zu zeigen.

[Szene 2]

Mit Barabas' Hilfe hat Calymath die Malteser besiegt. Aus Dank dafür macht er ihn zum neuen Gouverneur der Insel. Statt sich seiner Position zu erfreuen, verspricht Barabas Ferneze, er werde Malta von den Osmanen befreien und ihn wieder als Gouverneur einsetzen, so er finanziell entschädigt wird.

[Szene 3]

Ein Bote überbringt Calymath Barabas' Einladung zu einem Bankett für alle Osmanen. Während Calymath und die Paschas mit Barabas in der Zitadelle speisen sollen, wird für die Soldaten in einem Kloster außerhalb der Stadt alles hergerichtet.

[Szene 4]

Ferneze instruiert seine Soldaten.

[Szene 5]

Barabas weiht Ferneze in seinen Plan ein. Der Ort, an dem die osmanischen Soldaten das Bankett feiern, ist in eine Sprengfalle verwandelt worden. Calymath und seine Paschas werden auf einer eigens errichteten Galerie, in die eine Falltür eingebaut ist, speisen. Sobald sie diese Galerie betreten, soll Ferneze das Signal für die Sprengung geben und das Seil der Falltür durchtrennen. Der Gouverneur löst zwar das Signal aus, warnt jedoch Calymath und betätigt die Falltür, als Barabas noch auf der Galerie steht. Er fällt in den darunter versteckten Kessel und stirbt. Da Calymaths Soldaten alle getötet wurden, muss er als Gefangener in Malta bleiben. Ferneze wird Gouverneur. Der Status quo ante ist wiederhergestellt.


Aktualisiert am 26.07.2026

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