Edward II – Handlung

[Szene 1]

Piers Gaveston, der Günstling des englischen Thronerbens, der einst vom König in die Verbannung geschickt worden war, ist nach England zurückgekehrt. Der neue König Edward II. hat ihn zu sich gerufen. Für die armen Soldaten, die bei Gaveston eine Anstellung suchen, hat er nun keine Verwendung mehr. Er möchte den König mit Lustbarkeiten erfreuen. Gegen den Willen der Lords, vor allem der beiden Mortimers, möchte Edward seinen Favoriten bei sich aufnehmen. Daraufhin drohen sie dem König mit einer offenen Revolte. Edward überschüttet Gaveston mit Gunstbeweisen. Er erlaubt ihm auch, sich am Bischof von Coventry zu rächen, der einst maßgeblich an der Exilierung Gavestons beteiligt war. Gaveston lässt ihn ins Gefängnis werfen.

[Szene 2]

Einige Lords, darunter auch die Mortimers, beraten, was nun zu tun sei. Der Erzbischof von Canterbury schickt einen Boten an den Papst, der von der Verhaftung des Bischofs von Coventry berichten soll. Königin Isabella hat die Absicht, sich den Lords anzuschließen, da der König Gaveston ihr vorzieht. Der jüngere Mortimer rät ihr zu bleiben. Notfalls plant er mit Gewalt gegen Edward vorzugehen, selbst wenn dies gegen die Wünsche der Königin ist. Zunächst beschließen die Lords sich nach Lambeth zurückzuziehen.

[Szene 3]

Gaveston weiß vom Vorhaben der Lords.

[Szene 4]

Die Lords und der Erzbischof unterschreiben die Verbannungsurkunde für Gaveston. Da sie in der Übermacht sind, gelingt es ihnen, Gaveston und den Earl von Kent, den Bruder des Königs, verhaften zu lassen. Selbst auf die Gefahr hin abgesetzt zu werden, weigert sich Edward zunächst die Urkunde zu unterzeichnen. Er ist sogar bereit, auf einen Großteil seines Reichs zu verzichten, wenn man ihm Gaveston lässt. Die Lords wollen sich darauf nicht einlassen und der König unterschreibt. Doch er schwört, gegen die Macht des Papstes und die Lords anzukämpfen. Gefühlvoll nimmt er von Gaveston Abschied, den er zum Gouverneur von Irland macht. Edward wirft seiner Frau vor, zu eng mit Mortimer zu verkehren, und daher die Verbannung Gavestons lanciert zu haben. Isabella beteuert ihre Unschuld, aber der König hält zu seinem Günstling. Nachdem ihr Gatte gegangen ist, beklagt sie ihr Schicksal. Sie hofft, ihre Leiden zu lindern, indem sie, wie Edward es verlangt hat, versucht, die Verbannung gegen Gaveston aufzuheben. Die Lords beabsichtigen nicht, sich ihrem Wunsch nicht zu fügen. Erst als sie in einer geheimen Unterredung dem jüngeren Mortimer drei Gründe für die Rückholung Gavestons nennt, ist dieser dazu bereit. Er überredet auch die anderen Lords, da er ihnen klarmacht, dass Gaveston in Irland über genügend Möglichkeiten verfügt, die Lords zu stürzen. In London hingegen wäre es leicht möglich, dass er das Opfer eines Attentats werden könnte. Sobald Edward von Isabella erfahren hat, dass die Lords Gaveston die Rückkehr gestatten, nimmt er nicht nur die Königin wieder in Gnaden auf, sondern überträgt jedem seiner Edlen eine wichtige Aufgabe. Mortimer sr. wurde zum Kommandeur der Truppen gemacht, die gegen die Schotten kämpfen. Bevor er aufbricht, bittet er seinen Neffen, sich nicht gegen den König zu stellen, weil er Gaveston liebt. Mortimer erklärt, dass es nicht die Zuneigung an sich ist, die ihn gegen Gaveston und den König einnimmt, sondern Verantwortungslosigkeit Edwards gegenüber seinem Reich, da er alle Aufmerksamkeit nur dem Emporkömmling widmet.

[Szene 5]

Die Nichte von Edward ist über die Rückkehr Gavestons ebenfalls höchst erfreut. Sie meint, der König habe sie an den Hof gerufen, um sie mit seinem Günstling zu verheiraten.

[Szene 6]

Gaveston, von Edward sehnsüchtigst erwartet, kehrt aus dem Exil zurück. Sofort entbrennt wieder ein Streit mit den Lords. Mortimer verwundet Gaveston, worauf der König ihn verbannt. Die Lords sind entschlossen, mit Waffengewalt gegen den König vorzugehen. Ein Bote berichtet von der Gefangennahme des älteren Mortimers. Sein Neffe will, dass der König das Lösegeld zahlt. Dieser erlaubt ihm jedoch nur selbst im Land das Geld zu sammeln. Mortimer wirft Edward vor, seine Pflichten als König so vernachlässigt zu haben, dass er sich nun offen gegen ihn stellt. Edward verbannt sogar seinen eigenen Bruder, weil er gegen Gaveston ist. Dieser hat beim König tatsächlich die Heirat mit Edwards Nichte durchgesetzt.

[Szene 7]

Edwards Bruder schließt sich den Lords an. Sie wollen die Burg, in der sich der König mit Gaveston aufhält, stürmen.

[Szene 8]

Edward und Gaveston beschließen getrennt vor den Lords zu fliehen. Isabella muss zurückbleiben. Sie verrät Mortimer, wo er Gaveston finden kann und wohin sich der König begeben will. Ein letztes Mal will sie versuchen, seine Liebe wiederzugewinnen. Sollte es ihr nicht gelingen, plant sie mit ihrem Sohn Prinz Edward nach Frankreich zu gehen.

[Szene 9]

Gaveston wird von den Lords gefangengenommen. Edward lässt sie durch den Earl von Arundel um eine letzte Unterredung mit ihm bitten. Nach einer längeren Debatte beschließt Pembroke, gegen den Widerstand Warwicks, gemeinsam mit Arundel Gaveston am nächsten Morgen zum König zu bringen.

[Szene 10]

Obwohl Pembroke versichert hat, er werde Gaveston nach der Unterredung mit Edward, zu den Lords zurückbringen, entführt Warwick Gaveston.

[Szene 11]

Edward wartet ungeduldig auf Nachricht von den Lords. Seine Getreuen raten ihm, sich mit aller Macht gegen die Rebellen zu stellen. Spencer sen. kommt ihm mit einer Truppe zu Hilfe, als Isabella die Nachricht bringt, dass ihr Bruder, der französische König, die Normandie besetzt hat. Edward denkt jedoch nur an Gaveston und schickt deshalb die Königin und seinen Sohn nach Frankreich, um mit dem König zu verhandeln. Arundel berichtet, dass Warwick Gaveston enthauptet hat. Edward schwört Rache, worin er von den Spencers unterstützt wird. Ein Bote der Lords macht dem König ein Friedensangebot, unter der Bedingung, dass er sich von Spencer trennt und sich endlich wieder um sein Reich sorgt. Edward lehnt ab.

[Szene 12]

Edward gewinnt die Schlacht gegen die Lords und seinen Bruder, die er gefangen nehmen lässt. Levune soll eine große Menge an Gold und die Nachricht von Edwards Sieg nach Frankreich bringen, um dafür Sorge zu tragen, dass Isabella den dortigen Adel nicht gegen ihren Mann aufbringen kann.

[Szene 13]

Kent ist die Flucht aus dem Tower geglückt. Er will nach Frankreich, um den Adel über Edwards Schwächen zu unterrichten. Der jüngere Mortimer, der ebenfalls fliehen konnte, stößt zu ihm.

[Szene 14]

Isabella und ihrem Sohn gelingt es in Paris nicht, den französischen König oder die Adeligen zur Unterstützung zu bewegen. Sie fasst erst wieder Mut, als Mortimer und Kent ihr beistehen.

[Szene 15]

In London erreicht Edward ein Brief von Levune. Er berichtet, dass die Königin, ihr Sohn, Mortimer und Kent unterstützt von Sir John von Hainault, von Flandern aus versuchen, gegen Edward mobilzumachen.

[Szene 16]

Gemeinsam mit ihrem Sohn und ihren Getreuen ist Isabella in England gelandet. Ihre Truppen ziehen nun gegen den König.

[Szene 17]

Edward hat den Kampf gegen die Truppen seiner Frau verloren. Kent fürchtet um das Leben seines Bruders. Er glaubt Mortimer trachte dem König nach dem Leben und werde in seiner Machtgier von Isabella unterstützt. Der ältere Spencer wird gefangengenommen, sein Sohn und der König allerdings konnten entkommen.

[Szene 18]

Edward findet in einem Kloster Unterschlupf. Ein Bauer jedoch verrät ihn an die Männer Isabellas. Der König wird nach Kenilworth gebracht.

[Szene 19]

Edward wird nahegelegt, abzudanken. Er weiß, dass er es nicht für seinen Sohn, sondern für Mortimer tun soll, selbst wenn die Lords ihm das Gegenteil versichern. Nach längerem Kampf mit sich selbst schickt Edward seine Krone an das Parlament.

[Szene 20]

Mortimer verlangt von Isabella die baldige Einsetzung ihres Sohnes und die Vormundschaft für ihn. Sie ist zu allem bereit. Mortimer kommen Gerüchte zu Ohren, dass Kent seinen Bruder befreien möchte. Isabella fürchtet, dass die Inhaftierung ihres Mannes keine dauerhafte Sicherheit bietet. Sie wünscht ihn tot, möchte daran aber nicht beteiligt sein, und heuchelt den Bediensteten und ihrem Schwager gegenüber nach wie vor Zuneigung zu ihrem Gatten. Mortimer gerät mir Kent in Streit um die Vormundschaft für Edwards Sohn.

[Szene 21]

Kent gelingt es nicht, seinen Bruder zu befreien.

[Szene 22]

Mortimer schickt den Mörder Lightborn mit einer mehrdeutigen Nachricht zu Edwards Wächtern, Matrevis und Gurney. Wenn man seine Leiche findet, kann Mortimer ihnen die Schuld geben, da sie seinen Befehl missverstanden haben. Der Prinz ist mittlerweile zum König gekrönt worden. Als man ihm seinen Onkel vorführt, verurteilt Mortimer – trotz Widerstand Edward III. – ihn zum Tod.

[Szene 23]

Lightborn tötet Edward. Wie Mortimer es angeordnet hat, töten die Wachen daraufhin Lightborn.

[Szene 24]

Isabella berichtet Mortimer, dass Edward III. von der Ermordung seines Vaters erfahren hat, und Rache schwört. Gurney hat ihm den Brief von Mortimer übergeben. Der König lässt ihn enthaupten und schickt seine Mutter in den Tower.


Aktualisiert am 26.07.2026

Die Kommentare sind geschlossen.